Energie
Nachhaltigkeit
27.05.2024
8 Min. Lesezeit
Kommunale Wärmeplanung aktuell: Drei Fragen an die Stadtwerke Lübeck.

Im Auftrag der Klimaleitstelle der Hansestadt entwickeln die Stadtwerke Lübeck die kommunale Wärmeplanung. Katrin Krüger, Leiterin Unternehmensentwicklung, und ihre Teamkollegin Dr. Sinje Keipert-Colberg, Projektleiterin kommunale Wärmeplanung, geben Einblick in ihre Verantwortungsbereiche und Aufgaben.

Luftbild der Innenstadt von Lübeck mit Holstentor
Luftbild der Lübecker Innenstadt mit Blick auf das Holstentor.

1. Die Stadtwerke Lübeck sind einerseits Energieversorger und Netzbetreiber, andererseits Dienstleister der Stadt. Gibt es Interessenkonflikte?

Sinje Keipert-Colberg: Wir als Stadtwerke bringen unsere Energieexpertise in die kommunale Wärmeplanung und sind damit der richtige Partner der Stadt. Ich stehe für die Stadtwerke Lübeck Innovation, eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke Lübeck Gruppe, und greife für die komplexen Datenerhebungen und -auswertungen auf die Kompetenz der Gruppe zurück, übernehme aber als Auftragnehmerin die kommunale Sicht.

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Wir arbeiten an der Energiewende, weil das unsere Zukunft sichert – müssen aber für Zukunftsfähigkeit als Versorger:in und Netzbetreiber:in auch wirtschaftlich agieren.
Katrin Krüger

Katrin Krüger: Gleichzeitig sind wir ein Wirtschaftsunternehmen mit eigenen Projekten zur „Vergrünung“ der Wärme. Wir arbeiten an der Energiewende, weil das unsere Zukunft sichert – müssen aber für Zukunftsfähigkeit als Versorger:in und Netzbetreiber:in auch wirtschaftlich agieren. Das geschieht unabhängig von der kommunalen Wärmeplanung. Als Leiterin Unternehmensentwicklung habe ich das große Zielbild, und was wir unternehmerisch umsetzen können, vor Augen.

Katrin Krüger
Dr. Sinje Keipert-Colbert
Links: Katrin Krüger, Leiterin Unternehmensentwicklung. Rechts: Dr. Sinje Keipert-Colberg, Projektleiterin kommunale Wärmeplanung

2. Was passiert bei der Planung? Und was ist mit dem Datenschutz?

Sinje Keipert-Colberg: Lübecks Wärmeplan wird Empfehlungen für die zukünftige klimaneutrale Wärmeversorgung geben, für die der Wärmebedarf der Zukunft zu ermitteln ist. Für die Erhebung von Verbrauchsdaten gelten strenge Datenschutzregeln, die wir natürlich beachten. Mit mathematischen Verfahren schaffen wir eine zuverlässige Datengrundlage, ohne Einzelverbrauche auszuweisen.

3. Welche Optionen zur nachhaltigen Energieversorgung werden betrachtet?

Katrin Krüger: Für eine Strategie der Wärmewende kommen alle dezentralen und zentralen Lösungen zur Wärmeversorgung infrage. Je nach Verbrauchsstruktur in einem Stadtgebiet wird es Empfehlungen geben, zum Beispiel für den Ausbau von Wärmenetzen, die unter anderem durch Geothermie, Flusswärmepumpen oder unvermeidbare industrielle Abwärme gespeist werden könnten.

Im Trailer erfahren Sie mehr über Ablauf und Ziele der kommunalen Wärmeplanung:

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