Wasser – Grundstoff fürs Leben

Pro Tag benötigt der Körper etwa 2–3 Liter Wasser. Doch nur ein kleiner Teil des Wasserverbrauchs in Deutschland wird zum Trinken oder Kochen verwendet. Von den rund 122 Litern, die jeder Mensch pro Tag im Durchschnitt verbraucht, wird das meiste Wasser für die persönliche Hygiene sowie für die Wasch- und Geschirrspülmaschine genutzt – rund 110 Liter.

Kosten und Tarife

Aus Grundpreis wird Systempreis

Seit dem 1. April 2015 haben die Stadtwerke Lübeck ein neues Preismodell für Trinkwasser eingeführt. Der neue Wasserpreis setzt sich, wie der bisherige auch, aus zwei Komponenten zusammen: dem Systempreis, der einen Basisbetrag für die Kosten der Bereitstellung und Verteilung des Trinkwassers bildet, und dem eigentlichen Wasserpreis je Kubikmeter. Der Systempreis ist an den eigenen Wasserverbrauch gekoppelt und nach Verbrauchsmengen gestaffelt (siehe Tabelle): Wer mehr Wasser benötigt und damit das System stärker nutzt, trägt demnach etwas stärker zu den Kosten für die Bereitstellung und Verteilung bei und zahlt einen entsprechend höheren Beitrag. Der eigentliche Wasserpreis wurde abgesenkt – er beträgt künftig statt 1,89 Euro pro Kubikmeter seit dem 1. April nur noch 1,61 Euro. Fragen? Hier finden Sie die wichtigsten Antworten.

Allgemeine Tarife für die Versorgung mit Wasser

Aufgrund der „Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Wasser (AVBWasserV)“ vom 20. Juni 1980 sowie der „Ergänzenden Bestimmungen“ stellt die Stadtwerke Lübeck GmbH den Kunden Wasser zu den nachstehenden Tarifen und Bestimmungen zur Verfügung.

1. Allgemeiner Wassertarif

Gültig ab 1. April 2015 Der Wasserpreis für das abgenommene Wasser setzt sich zusammen aus: 1.1 Systempreis gestaffelt nach Absatzmengen für die am häufigsten verwendeten Wasserzähler:

Alte Bezeichnung Qn*Neue Bezeichnung Qn**
Qn (EWG)1,5 m3/hQ3 (MID)2,5 m3/h
Qn (EWG)2,5 m3/hQ3 (MID)4,0 m3/h
JAHRESMENGE IN m3 NETTOBETRAG BRUTTOBETRAG***
ab 0 - 50 m335,00 €37,45 €
51 m3 - 100 m360,00 €64,20 €
101 m3 - 150 m385,00 €90,95 €
151 m3 - 200 m3110,00 €117,70 €
201 m3 - 500 m3135,00 €144,45 €
501 m3 - 1.000 m3185,00 €197,95 €
1.001 m3 - 2.000 m3235,00 €251,45 €
1.2 Verbrauchspreis
  NETTOBETRAG BRUTTOBETRAG***
Der Verbrauchspreis beträgt pro m31,50 €1,61 €

2. Tarif für die Verwendung von Standrohrzählern

2.1 Für jeden angefangenen Tag der Überlassung eines Standrohrzählers wird ein Bereitstellungsbetrag erhoben.

  NETTOBETRAG BRUTTOBETRAG***
bis 30 mm4,00 €4,28 €
ab 50 mm6,00 €6,42 €
Kaution500,00 €keine USt.
2.2 Für die abgelesene Wassermenge ist der Verbrauchspreis gemäß Abschnitt 1.2 zu zahlen. 2.3 Wenn sich heraustellt, dass ein Standrohrzähler nicht richtig anzeigt oder stehengeblieben ist (z.B. infolge Verschmutzung oder Beschädigung des Zählers), ist der Wasserpreis für die von der Stadtwerke Lübeck GmbH unter angemessener Berücksichtigung der Angaben des Benutzers geschätzte Menge entnommenen Wassers zu entrichten. Fragen? Hier finden Sie die wichtigsten Antworten. * Qn= Nenngröße des Wasserzählers (alte EWG Messgeräte-Richtlinie 75/33/EWG) ** Q3 (MID) = Measuring Instruments Directive (Europäische Messgeräte-Richtlinie 2004/22/EG) *** Bruttobetrag (kfm. gerundet) inklusive 7 % Umsatzsteuer.

Was mit 1 Kubikmeter Wasser gemacht werden kann

Trinkwasserqualität

Das Lübecker Trinkwasser wird aus den drei Grundwasserwerken Kleinensee, Klein Disnack und Vorwerk gefördert. Daneben liefert das Wasserwerk Großhansdorf Trinkwasser nach Lübeck. Aufgrund der guten Grundwasserqualität erfolgt die Aufbereitung ohne Zusatz von Chemikalien.Als Lebensmittel wird unser Wasser nach den gesetzlichen Vorschriften der Europäischen Trinkwasserverordnung laufend kontrolliert. Zusätzlich zu den gesetzlich vorgeschriebenen Qualitätsproben von zertifizierten externen Labors prüfen Mitarbeiter in unserem eigenen Wasserlabor fast täglich die Wasserqualität.Die Stadtwerke Lübeck versorgen rund 130.000 Haushalte in der Stadt mit Trinkwasser – rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr.

Qualität seit 800 Jahren

Bereits im 13. Jahrhundert pumpten Lübecker das Wasser aus der Wakenitz in ein Leitungsnetz aus Holz. Von dort aus gelangte es direkt in die Häuser und Betriebe. Damals nutzten vor allem Brauer die hervorragende Wasserqualität als Grundlage für die Bierherstellung. Der ständig steigende Wasserbedarf erforderte Ende des 19. Jahrhunderts eine grundlegende Modernisierung.Die Lösung: Trinkwasser aus Grundwasser. Von der Idee bis zur vollständigen Umsetzung dauerte es fast 80 Jahre – 1972 wurde dieses Projekt mit der Inbetriebnahme des Grundwasserwerkes in Kleinensee abgeschlossen.

Grundwasseraufbereitung

Die Wasserwerke rund um Lübeck und eine beispielhafte Kooperation mit Hamburg Wasser sorgen dafür, dass die Lübecker nicht auf dem Trocknen sitzen. Die Brunnen, aus denen das Wasser gewonnen wird, sind bis zu 160 m tief. Eine dicke Tonschicht, die wie ein Deckel über den Wasservorkommen liegt, schützt unser wichtigstes Lebensmittel vor Umwelteinflüssen. Wir fügen dem frischen Wasser reinen Sauerstoff hinzu, führen es über Filter, um Eisen und Mangan zu binden sowie Trübungen zu entfernen, und erhalten so bestes Trinkwasser.Die in Norddeutschland einmalige Verbundlösung mit Hamburg Wasser hat den Vorteil, dass vorhandene Wasservorkommen optimal genutzt werden. Damit können wir die Erschließung neuer Grundwasservorkommen vermeiden und schonen Umwelt und Ressourcen.

Wasserwerte

Querschnitt aus unserem Netz und SDS Roggenhorst (HWW)
Bakteriologische ErgebnisseAnalyseEinheitGrenzwert
Koloniezahl (22°C)0 bis 4KBE je 1ml100
Koloniezahl (36°C)0KBE je 1ml100
E.-coli0Stck je 100ml0
coliforme Keime0Stck je 100ml0
Enterokokken0Stck je 100ml0
Physikalische Kenngrößen
Absorptionskoeffizient bei 436 nm< 0,3[m -1 ]0,5
Trübung< 0,18FE1
Temperatur10,5°C
pH-Wert7,40 - 7,606,5 - 9,5
pH-Wert Calcitsättigung (Langelier)7,17 - 7,28
Calcitlösekapazität -26,4 bis 0mg/l5
Sättigungsindex bis 0,42
Leitfähigkeit (vor Ort)(25°C)470 - 671µS/cm2500
Oxidierbarkeitbis 1,9mg/l5
TOC (gesamter organischer Kohlenstoff)1,4 bis 3,1mg/l
Chemische Inhaltsstoffe
Aluminium<0,02mg/l0,2
Ammonium< 0,03mg/l0,5
Antimon<0,001mg/l0,005
Arsen< 0,0021mg/l0,01
Benzo(a)pyren<0,01µg/l0,01
Benzol<0,5µg/l1
Blei< 0,002mg/l0,01
Borbis 0,10mg/l1
Cadmium<0,0002mg/l0,005
Chloridbis 66mg/l250
Chrom<0,001mg/l0,05
Cyanid<0,01mg/l0,05
1,2-Dichlorethan<0,0005mg/l0,003
Eisen<0,02mg/l0,2
Fluoridbis 0,20mg/l1,5
Gadoliniumnicht nachweisbarµg/l Gd0,1 Bestimmungsgrenze
Gesamthärtebis 3,30mmol/l *nicht festgelegt
Gesamthärte in "Grad deutscher Härte" (°dH)12,7 bis 18,5°dHnicht festgelegt
Härtebereich lt. "Waschmittelgesetz"mittel bis hartnicht festgelegt
Karbonathärte11,1 - 15,2°dHnicht festgelegt
gelöstes Kohlendioxid (freie Kohlensäure)bis 15,0mg/lnicht festgelegt
Hydrogenkarbonat290 - 321mg/lnicht festgelegt
Säurekapazität ( pH 4,3)4,0 - 5,26mmol/lnicht festgelegt
Basekapazität (pH 8,2)0,20 - 0,36mmol/lnicht festgelegt
Kalium1,6 - 2,8mg/lnicht festgelegt
Kalzium81 - 119mg/lnicht festgelegt
Kupfer<0,01mg/l2
Magnesium 6 - 9,4mg/lnicht festgelegt
Mangan<0,0051mg/l0,05
Natrium11 - 27,8mg/l200
Nickel<0,005mg/l0,02
Nitrat bis 2,1mg/l50
Nitrit<0,01mg/l0,5
ortho-Phosphatbis 0,2mg/lnicht festgelegt
Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe<0,02µg/l0,1
Quecksilber<0,0002mg/l0,001
Sauerstoff (gelöst)9,0- 11,1mg/l nicht festgelegt
Selen<0,001mg/l0,01
Sulfatbis 54mg/l240
Summe Tri- und Tetrachlorethen<0,0001mg/l0,01
Summe Pflanzenschutzmittel<0,10µg/l0,5
Uran<0,0005mg/l0,01
Zink<0,006mg/lnicht festgelegt
Zeichenerklärung/Hinweise: < = kleiner als der angegebene Zahlenwert
Kommentar zur Calcitsättigung: abscheidend

Stand: April 2017

Wasser sinnvoll und intelligent nutzen

Wasser sinnvoll und intelligent nutzen spart Geld und schont die Umwelt. Zwar gibt es in unseren Breitengraden keinen Wassermangel, dennoch lohnt sich der bewusste Umgang mit der wertvollen Ressource – und zwar mehrfach. Erstens können Sie durch einfache Maßnahmen – wassersparende Duschbrausen und moderne Wasch- und Spülmaschinen – Wasser einsparen. Aber wussten Sie, dass der Energiebedarf für Warmwasser bis zu 12 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs eines Haushalts ausmacht? Ein wassersparender Duschkopf spart daher weitaus mehr als das reine Wasser – wer täglich duscht kommt auf eine Energieersparnis von bis zu 180 Euro, weil weniger Wasser verbraucht und damit erwärmt wird. Weitere Tipps zum Sparen:

  • Defekte Dichtungen an Wasserhähnen und Toilettenspülungen sofort auswechseln. Der ewig tropfende Hahn oder eine Toilette, die nicht „dicht hält“, verbrauchen weit mehr als nur ein paar Tropfen“.
  • Beim Zähneputzen und Rasieren den Wasserhahn nicht unnötig laufen lassen.
  • Beim Neukauf einer Waschmaschine auf den Wassergebrauch achten. Sparsame Modelle kommen mit rund 40 bis 50 Litern Wasser je Waschgang aus.
  • Das Gleiche gilt für den Kauf eines Geschirrspülers. Der Wassergebrauch für zwölf komplette Gedecke sollte zwischen 12 und 15 Litern liegen.
  • Wasch- und Geschirrspülmaschinen nur voll beladen anstellen, auf die Vorwäsche beziehungsweise das Vorspülen kann oft verzichtet werden.
  • Wassersparende Duschbrausen und Durchflussbegrenzer an einer Entnahmestelle können den Wassergebrauch reduzieren. Sie werden in verschiedenen Ausführungen angeboten. Lassen Sie sich im Fachhandel beraten. Achtung: Bei Durchlauferhitzern und drucklosen Wasserspeichern dürfen Durchflussbegrenzer nicht eingesetzt werden, um Störungen an den Geräten zu vermeiden.
  • Sparsame Spülkästen für das WC benötigen heute nur noch sechs Liter Wasser und sind mit einer Spartaste ausgestattet, die eine Wasserunterbrechung ermöglicht. Das Toilettenbecken muss jedoch an die verringerte Wassermenge angepasst sein, sonst wird es nicht richtig ausgespült. Der Fachhandel hilft gerne weiter.
  • Für die Gartenbewässerung sollte auf die Nutzung von Trinkwasser verzichtet werden. Eine sinnvolle Regenwassernutzung durch die Sammlung von Regenwasser in Tonnen oder vergleichbaren Auffangbehältern ist ohne großen Aufwand möglich und rentiert sich schnell. Zudem ist Regenwasser kalkfrei und zur Gartenbewässerung deshalb besonders gut geeignet.
  • Sparen Sie warmes Wasser. Der Energiebedarf für Warmwasser macht lt. Schätzung des Umweltbundesamt (UBA) im Schnitt 12 Prozent des Gesamtenergiebedarfs eines Haushaltes aus. Ein Vollbad in der Wanne (200 Liter) koste demnach durchschnittlich zwischen 3 Euro und 3,70 Euro. Bei einer zehnminütigen Dusche fließt im Schnitt nur halb so viel Wasser durch die Leitung. Dieses zu erhitzen koste dann eben auch nur die Hälfte. Wer einen wassersparenden Duschkopf einbaut, kann laut UBA weitere 50 Cent pro Duschgang einsparen. Wer täglich einmal duscht, komme so im Jahr auf eine Ersparnis von im Schnitt gut 180 Euro. Eine sinnvolle Nutzung der Ressource Wasser kann folglich auch dann eine größere Ersparnis für Haushalte bringen wenn man den Wasserverbrauch nicht drastisch einschränkt.

Sie möchten weitere Tipps, Ideen und Produkte rund um die sinnvolle Verwendung von Wasser? Kein Problem! Unten oder unter lübsch.de finden Sie viele Produkte, die Sie dabei unterstützen, Wasser komfortabel und gleichzeitig schonend für Umwelt und Geldbeutel einzusetzen.

Abwasser

Fragen zu Abwasser und Abwassergebühren beantworten die dafür zuständigen Entsorgungsbetriebe Lübeck Tel.: 0451 707600 E-Mail: entsorgungsbetriebe@ebhl.de