Ein Mann und ein Kind genießen an einem sonnigen Tag den Ausblick aus einem Dachfenster, das von Sonnenkollektoren umgeben ist.

EEG 2027: Was sich für Photovoltaik-Besitzer jetzt ändert

28.09.2026
4 Min. Lesezeit

Wer über eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach nachdenkt, sollte die aktuellen Entwicklungen beim Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) im Blick behalten. Mit der geplanten EEG-Novelle 2027 will die Bundesregierung die Förderung von Solarstrom grundlegend verändern. Im Mittelpunkt stehen mehr Eigenverbrauch, Batteriespeicher und die stärkere Vermarktung von Solarstrom am Markt.

Warum wird das EEG geändert?

Das EEG hat den Ausbau von Photovoltaik in Deutschland über mehr als 20 Jahre maßgeblich vorangetrieben. Nun möchte die Bundesregierung den Ausbau erneuerbarer Energien stärker an den tatsächlichen Anforderungen der Stromnetze und den Marktbedingungen ausrichten.

Ziele sind:

  • eine sichere Energieversorgung,

  • geringere Systemkosten,

  • ein effizienterer Netzausbau,

  • sowie eine bessere Integration erneuerbarer Energien ins Stromsystem.

Gleichzeitig bleibt das Ziel bestehen, bis 2030 einen Anteil von 80 Prozent erneuerbarer Energien am Stromverbrauch zu erreichen.

Die wichtigsten Änderungen für Photovoltaik-Anlagen

Nach den aktuellen Gesetzesentwürfen soll sich die Förderung von Photovoltaik künftig stärker am Markt orientieren. Geplant sind unter anderem:

  • Stärkung der Direktvermarktung: Neue Anlagen sollen Solarstrom verstärkt direkt am Markt vermarkten statt ausschließlich eine feste Vergütung zu erhalten.

  • Intelligente Steuerung: Neue Anlagen sollen häufiger mit intelligenten Mess- und Steuerungssystemen ausgestattet werden.

  • Begrenzung der Einspeisung: Kleine und mittlere Dachanlagen sollen nur noch bis zu 50 Prozent ihrer installierten Leistung einspeisen können. Das soll Netzengpässe reduzieren und den Einsatz von Speichern fördern.

  • Weniger klassische Förderung: Kleine Photovoltaikanlagen sollen langfristig aus der bisherigen festen Förderung herausgeführt werden. Stattdessen sind Übergangsregelungen und zeitlich begrenzte Boni vorgesehen.

Älteres Ehepaar steht glücklich vor einem Haus mit PV-Anlage und Wärmepumpe (KI generiert)

Lohnt sich eine Photovoltaikanlage trotzdem?

Die kurze Antwort lautet: Ja.

Allerdings verändert sich die Wirtschaftlichkeitsrechnung. Während früher die Einspeisevergütung oft im Mittelpunkt stand, wird künftig vor allem entscheidend sein, wie viel des selbst erzeugten Stroms im eigenen Haushalt genutzt wird. Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde ersetzt Strom aus dem Netz und kann so die Stromkosten senken.

Besonders wichtig werden dabei Batteriespeicher. Sie ermöglichen es, Solarstrom auch dann zu nutzen, wenn die Sonne nicht scheint. Dadurch steigt der Eigenverbrauch deutlich.

Für Hausbesitzer bedeutet das:

  • Eigenverbrauch wird wichtiger als die Einspeisung.

  • Batteriespeicher gewinnen an Bedeutung.

  • Die Wirtschaftlichkeit einer Anlage wird individueller betrachtet.

  • Die Kombination aus Photovoltaik, Speicher und intelligentem Energiemanagement rückt stärker in den Fokus

Wann treten die Änderungen in Kraft?

Die EEG-Novelle befindet sich derzeit noch im Gesetzgebungsverfahren. Nach der ersten Lesung im Bundestag berät der zuständige Ausschuss für Wirtschaft und Energie den Entwurf detailliert und erstellt eine Beschlussempfehlung für den Bundestag. Anschließend muss die Novelle vom Bundesrat beschlossen und teilweise noch von der EU-Kommission genehmigt werden. Geplant ist ein Inkrafttreten zum 1. Januar 2027.

Jetzt informieren und Fördermöglichkeiten prüfen

Wer den Bau einer Photovoltaikanlage plant, sollte sich frühzeitig über die aktuellen Förderbedingungen und mögliche Änderungen informieren. Eine Übersicht über die derzeit verfügbaren Fördermöglichkeiten gibt es auf der Seite der Stadtwerke Lübeck: Photovoltaik-Förderung der Stadtwerke Lübeck.

Fazit: Die geplante EEG-Novelle bedeutet keinen Abschied von der Photovoltaik. Vielmehr verändert sich die Art, wie sich Solaranlagen wirtschaftlich rechnen. Eigenverbrauch, Batteriespeicher und intelligente Energienutzung werden künftig noch wichtiger. Wer diese Faktoren berücksichtigt, kann auch in Zukunft von selbst erzeugtem Solarstrom profitieren.

Teilt diesen Artikel
Das könnte euch auch interessieren
Alle Beiträge ansehen